[Universalis+Mechas] Die geballte Macht der Countrymusik!

Eigentlich habe ich nur ein Wort zu sagen: WAAAAAAAAAAAAAH!

Bitte weitergehen. Hier gibt es nichts zu sehen.

Ach, du bist immer noch da. Gut, dann erzähle ich halt etwas mehr.

Dolge hatte gestern im Tanelorn-Chat eine spontane Teamspeak-Spielrunde vorgeschlagen. Ich hatte gerade nix vor, also zugesagt. Die Frage “Was spielen wir” war zwar Gegenstand langer und hitziger Debatten, am Ende stand dann aber das SL-lose Erzählsystem Universalis auf dem Programm, gespieltes Setting sollte irgendwas mit Mechas im Stil von Neon Genesis Evangelion sein.

Nach der grundlegenden Klärung unseres Regelunverständnisses konnten wir dann losspielen. Phase I bei Universalis ist der Kauf von Settingfakten (das Setting hat so genannte “Traits”, genau wie jedes Objekt und jeder Charakter auch). Hier haben wir uns zwar stockend, aber recht flott, auf irgendwas mit Alieninvasoren, die sich nur von Countrymusik aufhalten lassen, geeinigt. Und die Countrymusik wird von Kindern, die mit sprechenden Haustieren in Mechas sitzen, verbreitet.

illu

So weit, so gut (und so unterhaltsam). Dann kam Phase II: Das Spielen.

Gleich Szene 1 war eine Vorbereitung auf eine Actionsequenz. Das war vermutlich ein Fehler.

Wie auch immer, erstmal wurden die Charaktere Grzegorz und Hitomi aus dem Ärmel gezaubert, begleitet von ihren Haustieren, einem Bernhardiner und dem Meerschweinchen Nanami. Und es gab einen Alarm – die Charaktere rannten sogleich in den Mechahangar. Hier machte es noch echt Spaß: Gepflegte Blödeleien, Äktschn und Spannung, was denn als nächstes passiert.

Die Ernüchterung folgte auf den Fuß: Unsere Helden wurden von W8-förmigen Aliens angegriffen, supported von einem W12-Alien, das zur Unterstützung gepflegten Europop spielte.

Was dann passiert ist, weiß ich nicht mehr. Ich habe es verdrängt. Jedenfalls folgte Stille im Äther, gemischt mit Regeldiskussionen (die noch das Spannendste waren) und gelegentlichen Versuchen, die Handlung wenigstens ein kleines Bisschen voranzutreiben und der ganzen Sache einfach nur ein Ende zu bereiten. Am Ende hat das ganze keinem am Tisch mehr Spaß gemacht.

Keine Ahnung, woran es genau lag, ob an uns oder am System. Mein bisheriger Eindruck war, dass das System für eine cinematische und detailreiche Abhandlung von Kämpfen schlicht nicht geeignet ist. Jeder Kampf, den ich bisher erlebt habe (ob DSA-Zufallsencounter oder stures LP-Runterwürfeln bei Dungeonslayers). war dynamischer und spannender.

Wie gesagt: Es kann an uns gelegen haben, oder an der fehlenden Visualisierung. Oder daran, dass das System einfach nicht für Äktschn ausgelegt ist. Aber so war das absolute Moppelkotze.

Wenn wir das Setting noch mal bespielen (was ich durchaus witzig fände), dann mit anderem System. Dieses Universalis-Dingsda möchte zumindest ich nicht noch einmal anfassen.

Das ganze gibt es auch noch aus Sicht der anderen Spieler da: http://tanelorn.net/index.php/topic,69332.0.html

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Über Taschi

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2 responses to “[Universalis+Mechas] Die geballte Macht der Countrymusik!

  • Zornhau

    Ich kann den Eindruck zu Universalis voll nachvollziehen.

    Damals, als die erste Auflage von Universalis herauskam, hatte ich – angesteckt von den Lobgesängen darüber auf der Forge – das sofort erworben (sogar als relativ teueres Druckwerk für die paar Seiten – ein Fehler, den ich bei solchen forge-igen Spielen nicht mehr mache: wenn, dann nur als PDF, weil die mir meist wegen des gefrusteten Ins-Regal-Verbannens die Bude zuquellen lassen).

    Mir ist es damals gelungen sogar ganze DREI Runden zusammenzubringen (in keiner der Runden war ein Spieler mehr als einmal dabei – nur ich wollte nicht gleich nach der ersten Frustrunde aufgeben).

    Universalis wurde damals als ROLLENSPIEL diskutiert und gehandelt. Als Rollenspiel von und für die „narrativen, empowerten Besserspieler“, die sich so auf der Forge herumtrieben. Spielleiter ist doof. Weg mit ihm! Regeln sind doof! Machen wir selbst und handeln das alles irgendwie miteinander aus! Spielwelt ist doof! Schütteln wir toll-kreativen Leute doch schnell mal eben aus dem Ärmel!

    Geradezu die Spiel gewordene SELBSTÜBERSCHÄTZUNG bzw. ÜBERFORDERUNG der Spielenden.

    Die dünnen Meta-Game-Regeln hätten auch in einem einzigen Post in einem Foren-Thread Platz gehabt. – Mir, der ich GERNE nach Regeln spiele und es als Herausforderung ansehe die Regeln zu meistern, sie zu verstehen und auch mal für überraschende, aber zulässige Dinge zu gebrauchen, legt Universalis nur ein leeres Blatt hin und sagt: Mach’s Dir selbst. Holt Euch gegenseitig die Regelideen aus dem Kopf, Bauch oder Arsch (meist leider letzteres, denn nicht jeder Spieler ist auch gleich ein findiger Regelentwickler!).

    Dasselbe beim Setting und bei der – eigentlich das Hauptinteresse von Rollenspielern darstellenden – gespielten Handlung.

    Meine drei Universalis-Runden waren trotz SEHR unterschiedlicher Spielerzusammensetzung erstaunlich einheitlich im Ergebnis. – Die in der ersten Phase zusammen-ge-brainstormten Regeln waren unbefriedigend. Das Setting so dünn, widersprüchlich und bekloppt, daß es zwar ein Kompromiss aller war – aber einer, der KEINEM gefallen hat! – Und die Spielhandlung. Oje. Also richtiges Rollenspiel kam eh nicht auf. Man riß die Szenen irgendwie runter, hätte aber genauso gut auch kollaborative Fanfiction zu einer TV-Serie schreiben können. Unspannend, nicht begeisternd, nicht berührend, uninteressant.

    Das Feedback war entsprechend. – Mit Universalis hatte ich den guten Willen und die Bereitschaft zu forge-igen Experimenten meiner Spieler MASSIVST überstrapaziert.

    Die Erwartung war ein narratives Rollenspiel (wie HeroQuest oder andere, deutlicher die gespielte Geschichte in den Vordergrund stellende Spieler – vor allem: die GESPIELTE Geschichte, nicht etwa die irgendwie vor sich hin erzählte Geschichte, ohne eine rollenspielerische Möglichkeit der Investition in einen einzelnen Charakter).

    Bekommen hat man ein reines Meta-Game, das man auch – und vielleicht besser – für Fanfiction-Autorengruppen verwenden könnte, aber nicht für Rollenspieler. Es fehlte für ein Rollenspiel an ALLEM, was ein Rollenspiel ausmacht. Und einander etwas in einer Gruppe erzählen oder gemeinsam eine Geschichte zusammenspinnen, dafür braucht NIEMAND auf der Welt irgendwelche Regeln (höchstens ein Fläschchen Wein und bequeme Sitzmöbel).

    Wir fühlten, daß wir die Zeit, die wir mit Spielen verschwenden wollten, verschwendet hatten. Selbst mit einer Runde Talisman (dem Brettspiel) wäre mehr Rollenspiel, mehr Befriedigung der Spielgelüste verbunden gewesen, als mit Universalis.

    Für mich ist Universalis eine sehr verkopfte Angelegenheit, ersonnen von Forge-isten, die nur Spiele VON Spieleautoren FÜR Spieleautoren zusammenschustern, aber keinesfalls, und zwar grundsätzlich nicht!, Bedürfnisse von NUR-SPIELERN im Auge haben. Das unterscheidet solche Spiele von denen, welche von Spieleentwicklern auf eine Spielerzielgruppe hin entwickelt werden, statt auf eine Spielautorenzielgruppe hin. – Universalis ist eine Art „fishing for compliments by fellow forge members“, aber kein Spiel, das spielenswert wäre.

    Man verschwendet damit sogar seine Zeitverschwendung. Und das ist wirklich das Alleinstellungsmerkmal von Universalis. Universally unsatisfying.

  • taschenschieber

    Nuja. SL-loses Spiel finde ich im Grundkonzept gar nicht mal so dumm. Ich möchte auch gerne noch ein paar andere Systeme (Fiasco, iirc Western City?) in der Richtung ausprobieren.

    Grade den Ansatz, nicht einen Char zu spielen, sondern eher direkt die Geschichte zu basteln, finde ich als Abwechslung nicht unspannend.

    Aber egal, was die Testspiele da noch ergeben: Universalis ist, selbst wenn man den Stil denn mag, einfach eine extrem schlechte Umsetzung. Zumindest ist das mein Fazit.

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